" Wie führen wir unsere Hunde?"

Oktober 2020 Gestern bin ich mit den Hunden von einem wunderbaren Seminar zurück gekommen. Fünf Tage lang durfte ich Teil einer Gruppe von Menschen sein, die mehr Wert auf echten Kontakt mit ihren Hunden legen als auf stupide Konditionierung. Fünf Tage haben rund 20 Teilnehmer und fünf Trainerinnen damit verbracht Hunde in Ihrem natürlichen Verhalten zu beobachten. Ohne Führung, beim Erkunden von fremdem Gelände in der Interaktion mit speziell ausgesuchten Hunden. Wir konnten spüren wie souverän die Zentralhunde agieren, wie energievoll die extrovertierten Kundschafter sind, wie Entscheidungsträger und Mitarbeiter in der Gruppe zusammen arbeiten. 

Wir konnten fühlen wie die Unsicherheit der Hundebesitzer,  auf den Hund wirkt. Wie er ein anderes Verhalten zeigt wenn er die Energie (Angst, Wut, Schreck, Unsicherheit) "seines Menschen" spürt. Wie der Hund mit seiner Energie wieder zurück fahren kann, wenn "sein Mensch" sich souverän, gelassen, verlässlich und klar zeigen kann.

Ich habe verstanden, wie wichtig es für den Hund ist, daß wir in unserer Mitte bleiben, bei uns, in unserer Energie, dann kann der Hund uns Ernst nehmen. 

Ich bin glücklich über diese Zeit und diesen unglaublichen Schatz an Neuem den ich mit nach Hause nehmen durfte. 

Danke den Wegbereiterinnen

 

Christine Molck-Ude 82398 Polling, 

 Petra Metz 77652 Offenburg,

 Angelika Peter 61118 Bad Vilbel. 

 

Die neuen Impulse, das Besinnen auf mich selbst  möchte ich in unserem Alltag so gut wie möglich mit meinen Hunden leben. So viel gegähnt wie heute haben meine drei Hunde noch nie ;-). 

 


Februar 2020 Wir haben unseren Horizont erweitert und waren im Februar bei Christine Molck-Ude, Mensch führt Hund.  Schon vor vielen Monaten haben wir Bücher und Videos von Maja Nowak gekauft und verschlungen. Doch fehlte uns der Mut und auch die Dringlichkeit uns mit einem neuen Impuls zu beschäftigen. Es lief gut mit den drei Hunden, doch irgendwie war es anstrengend. Vor allem Aemma war oft laut, fahrig und impulsiv. Dieses Verhalten passte so gar nicht in unser Bild, wir überlegten die Gründe, versuchten es mit allen möglichen Herangehensweisen, alles war nicht von Erfolg gekrönt. Wir spürten deutlich, dass unser Verhalten nicht zu Aemma passt, unsere Reaktionen sie nur noch lauter werden ließen. Immer wieder stellte sich uns die Frage, ist Aemma eine Hündin mit der wir züchten können? 

Diese Frage und auch unser tiefes Bedürfnis, Ruhe für Aemma zu finden, waren der Grund für unsere Suche im Netz nach einem Menschen der als Wegbereiter von Maja Nowak einen Blick auf uns und unsere Hunde werfen kann. So haben wir Christine Molck-Ude gefunden. 

Wir haben vier Stunden mit ihr verbracht, sie hat die Hunde einzeln beobachtet und uns ihre Einschätzung mitgeteilt. Sie stuft Aemma als einen extrovertierten Kundschafter ein der von uns als Mensch die Souveränität eines "Leithundes" erwartet. Das bedeutet für uns in jeder Situation die Lage im Griff zu haben, klare Grenzen und Regeln zu setzen und dabei immer bei uns selbst zu bleiben. 

Wir haben gelernt den Hunden unseren Willen mit zu teilen. Es ist wirklich unglaublich. Wenn wir aussprechen was wir wollen, wenn wir es schaffen bei uns und in der Situation zu sein, kommt unsere Botschaft bei unseren Hunden an. 

Wir haben einen großen Schritt gemacht, haben verstanden dass Aemma durch ihre Art nicht so ist wie Luise und Frieda , haben versichert bekommen, dass Aemma ein wunderbarer Hund ist, der von uns einfach etwas mehr benötigt als die anderen Beiden. 

Luise wurde als introvertierter Wächter gesehen, bei Frieda erfolgt die Beurteilung in ein paar Monaten, sie war in ihrer ersten Läufigkeit und daher etwas verwirrt. 


August 2018 Hundeerziehung, ein Thema über das sich trefflich diskutieren lässt. Es gibt die unterschiedlichsten Ansätze, hunderte von Experten die Bücher schreiben,  DVDs produzieren, Fernsehsendungen produzieren,  Spielzeug verkaufen oder Hundeschulen gründen. Ein riesiger Markt der die letzten Jahrzehnte ein enormes Wachstum erfahren hat, ständig weiter wächst und in meinen Augen oft  nicht,  auf das Wohl der Tiere ausgerichtet ist. 

Erstaunlich, oder auch nicht ;-), ist die Tatsache, dass es trotz der vielen Hilfsmittel, Bücher und Hundetrainer  nur wenige Mensch/Hunderudel gibt, die ihr  Leben entspannt,  gemeinsam verbringen können. 

Den meisten Hunden wird nicht erlaubt mit in  den Urlaub zu fahren, dabei zu sein wenn die Kinder Geburtstag feiern, die Familie in ein Restaurant zu begleiten .......... Viele Hunde verwüsten die Wohnung in der Abwesenheit ihrer Menschen oder bellen sich die Seele aus dem Leib.......... Viele Hunde entscheiden sich für die Jagd nach Joggern,  Vögeln, Eichhörnchen oder Rehen obwohl ihr Mensch ihnen ruft......warum? Weil sie ihren Menschen nicht vertrauen können. Nicht glauben können, dass dieser Mensch, am anderen Ende der Leine, in der Lage ist,  die richtige Entscheidung zu ihrem Wohl zu treffen.  Oder weil sie nicht aus einer liebevollen Zucht mit guter Prägung stammen sondern als Tierhilfehunde oder als schwer zu führende Hunde in  Familien kommen die mit diesen Tieren total überfordert sind 

Beim Gedanken an einen Hund in unserer Familie war mir sehr schnell klar, wie unser Hund sein sollte: ich wollte mich auf ihn/sie verlassen können und wünschte mir sein/ihr uneingeschränktes Vertrauen damit wir selbstverständlich und stressfrei gemeinsam  leben können ohne uns verstellen zu müssen. Dass  "Gehorsam"  nicht von Leckerlies, Lyonerscheiben, Leberwurst in der Tube, Wurfscheiben, Schleppleine und Brustgeschirr abhängig ist sondern aus freien Stücken vom Hund erbracht wird.  Ich wünschte mir einen Hund dem ich die maximale Freiheit anbieten kann weil ich sicher sein darf, dass er meine Worte erhört.

Warum konnte ich das so klar formulieren?

 

Weil ich es erleben musste wie anstrengend ein Leben mit einem Hund ist, der mich nur so lange zur Kenntnis nimmt bis etwas Interessanteres an seinem Horizont auftaucht.  Wie anstrengend es ist, wenn ich vom Hund an der Leine durch die Stadt gezogen werde und wie anstrengend es ist, wenn ich die Reaktionen meines Hundes nicht einschätzen kann weil ich seine Sprache nicht verstehe. 

Durch einen glücklichen Zufall haben wir  das Buch "Welpen erziehen mit dem Rudelkonzept" empfohlen bekommen.  Durch einen noch größeren und noch glücklicheren Zufall sind wir wenige Tage vor Luises Einzug bei uns,  auf eine Trainerin aufmerksam geworden,  die nach diesem Rudelkonzept mit uns Menschen arbeitet und nur 15 Minuten von uns weg wohnt. 

Bereits vor Luises Einzug hatten wir das erste Gespräch bei uns daheim, die Arbeit begann schon in Luises 9.  Lebenswoche. 

Das Schwierigste an der Umsetzung war/ist die Veränderung unseres Verhaltens. Zu verstehen, dass der Hund ein Hund und eben kein Mensch ist. Dass die Kommunikation mit dem Hund eine Andere sein muss als gedacht. Dass wir im hier und jetzt, jede einzelne Situation beurteilen müssen.  Dass wir direkt und unmittelbar auf unerwünschtes Verhalten reagieren müssen und dass wir mit unserer Aufmerksamkeit beim Hund zu sein haben. 

Das hört sich nach Arbeit an. War es auch und ist es auch. Durch Aemme im Augenblick noch viel mehr als ich es je vermutet habe.  Aus diesem Grund sind wir im Augenblick (02/18) ca alle 5 Wochen bein einem Trainingswochenende mit Uli Köppel im Schwarzwald. 

Was bringt uns die Umsetzung?

Hunde mit denen wir gemeinsam und entspannt alles unternehmen können was wir als Menschen unternehmen wollen.  Natürlich bleiben sie auch allein daheim, aber wenn es irgendwie geht kommen sie mit. Oft werden wir dann darauf angesprochen ob diese Hunderasse denn extrem ruhig und entspannt gezüchtet wird :-) :-).  Schön, wenn es so einfach wäre................

Mit Hunden nach dem Rudelkonzept zu leben bedeutet 24/7 und das ist gut so, denn sie sind Lebewesen die es verdient haben dass wir unser Bestes geben.  

 



Bilder vom Oktober 2017. Wir waren für ein paar Tage in Italien und haben auf einem wunderschönen Weingut, mit fünf anderen Mensch/Hunderudeln an einem Intensivkurs mit Uli Köppel teilgenommen. Erstaunlich wie schnell sich das Verhalten der Hunde verändert wenn wir korrekt kommunizieren.