" Wie erziehen wir unsere Hunde?"

Hundeerziehung, ein Thema über das sich trefflich diskutieren lässt. Es gibt die unterschiedlichsten Ansätze, hunderte von Experten die Bücher schreiben,  DVDs produzieren, Fernsehsendungen produzieren,  Spielzeug verkaufen oder Hundeschulen gründen. Ein riesiger Markt der die letzten Jahrzehnte ein enormes Wachstum erfahren hat, ständig weiter wächst und in meinen Augen oft  nicht,  auf das Wohl der Tiere ausgerichtet ist. 

Erstaunlich, oder auch nicht ;-), ist die Tatsache, dass es trotz der vielen Hilfsmittel, Bücher und Hundetrainer  nur wenige Mensch/Hunderudel gibt, die ihr  Leben entspannt,  gemeinsam verbringen können. 

Den meisten Hunden wird nicht erlaubt mit in  den Urlaub zu fahren, dabei zu sein wenn die Kinder Geburtstag feiern, die Familie in ein Restaurant zu begleiten .......... Viele Hunde verwüsten die Wohnung in der Abwesenheit ihrer Menschen oder bellen sich die Seele aus dem Leib.......... Viele Hunde entscheiden sich für die Jagd nach Joggern,  Vögeln, Eichhörnchen oder Rehen obwohl ihr Mensch ihnen ruft......warum? Weil sie ihren Menschen nicht vertrauen können. Nicht glauben können, dass dieser Mensch, am anderen Ende der Leine, in der Lage ist,  die richtige Entscheidung zu ihrem Wohl zu treffen.  Oder weil sie nicht aus einer liebevollen Zucht mit guter Prägung stammen sondern als Tierhilfehunde oder als schwer zu führende Hunde in  Familien kommen die mit diesen Tieren total überfordert sind 

Beim Gedanken an einen Hund in unserer Familie war mir sehr schnell klar, wie unser Hund sein sollte: ich wollte mich auf ihn/sie verlassen können und wünschte mir sein/ihr uneingeschränktes Vertrauen damit wir selbstverständlich und stressfrei gemeinsam  leben können ohne uns verstellen zu müssen. Dass  "Gehorsam"  nicht von Leckerlies, Lyonerscheiben, Leberwurst in der Tube, Wurfscheiben, Schleppleine und Brustgeschirr abhängig ist sondern aus freien Stücken vom Hund erbracht wird.  Ich wünschte mir einen Hund dem ich die maximale Freiheit anbieten kann weil ich sicher sein darf, dass er meine Worte erhört.

Warum konnte ich das so klar formulieren?

 

Weil ich es erleben musste wie anstrengend ein Leben mit einem Hund ist, der mich nur so lange zur Kenntnis nimmt bis etwas Interessanteres an seinem Horizont auftaucht.  Wie anstrengend es ist, wenn ich vom Hund an der Leine durch die Stadt gezogen werde und wie anstrengend es ist, wenn ich die Reaktionen meines Hundes nicht einschätzen kann weil ich seine Sprache nicht verstehe. 

Durch einen glücklichen Zufall haben wir  das Buch "Welpen erziehen mit dem Rudelkonzept" empfohlen bekommen.  Durch einen noch größeren und noch glücklicheren Zufall sind wir wenige Tage vor Luises Einzug bei uns,  auf eine Trainerin aufmerksam geworden,  die nach diesem Rudelkonzept mit uns Menschen arbeitet und nur 15 Minuten von uns weg wohnt. 

Bereits vor Luises Einzug hatten wir das erste Gespräch bei uns daheim, die Arbeit begann schon in Luises 9.  Lebenswoche. 

Das Schwierigste an der Umsetzung war/ist die Veränderung unseres Verhaltens. Zu verstehen, dass der Hund ein Hund und eben kein Mensch ist. Dass die Kommunikation mit dem Hund eine Andere sein muss als gedacht. Dass wir im hier und jetzt, jede einzelne Situation beurteilen müssen.  Dass wir direkt und unmittelbar auf unerwünschtes Verhalten reagieren müssen und dass wir mit unserer Aufmerksamkeit beim Hund zu sein haben. 

Das hört sich nach Arbeit an. War es auch und ist es auch. Durch Aemme im Augenblick noch viel mehr als ich es je vermutet habe.  Aus diesem Grund sind wir im Augenblick (02/18) ca alle 5 Wochen bein einem Trainingswochenende mit Uli Köppel im Schwarzwald. 

Was bringt uns die Umsetzung?

Hunde mit denen wir gemeinsam und entspannt alles unternehmen können was wir als Menschen unternehmen wollen.  Natürlich bleiben sie auch allein daheim, aber wenn es irgendwie geht kommen sie mit. Oft werden wir dann darauf angesprochen ob diese Hunderasse denn extrem ruhig und entspannt gezüchtet wird :-) :-).  Schön, wenn es so einfach wäre................

Mit Hunden nach dem Rudelkonzept zu leben bedeutet 24/7 und das ist gut so, denn sie sind Lebewesen die es verdient haben dass wir unser Bestes geben.  

 



Bilder vom Oktober 2017. Wir waren für ein paar Tage in Italien und haben auf einem wunderschönen Weingut, mit fünf anderen Mensch/Hunderudeln an einem Intensivkurs mit Uli Köppel teilgenommen. Erstaunlich wie schnell sich das Verhalten der Hunde verändert wenn wir korrekt kommunizieren.